Radreise um das Stettiner Haff
Be yourself; Everyone else is already taken.
— Oscar Wilde.
Das ist mein erster Blogeintrag.
Be yourself; Everyone else is already taken.
— Oscar Wilde.
Das ist mein erster Blogeintrag.
Abfahrt von zu Hause um 6.45 Uhr mit den Rädern und viel zu viel Gepäck. 300 m später fällt mir ein, dass ich das Smart-Phone vergessen habe. Mein Mann hat das schnellere Bike und holt es von der Ladestation.
Am Bahnhof in Nauheim, drei MInuten vor der Abfahrt, werde ich schon unruhig. Ein Blick auf die Zufahrtsstraße sagt mir, Mein Mann ist im Anrollen.
Bis nach Darmstadt verläuft die Fahrt völlig normal. Kurzes Gespräch mit dem Zugbegleiter. In Darmstadt die Aufzüge rauf und runter, geht nur mit eingeschlagenem Vorderrad, sonst ist der Aufzug zu kurz.
Auf Gleis 5 angelangt kommt die Durchsage: der FlixTrain nach Berlin fällt heute aus – wegen Notarzteinsatz im Gleis. Schock. Mit den Rädern ein Stockwerk nach oben gefahren. Hektische Telefonate von Mitreisenden. Smartphones werden gezückt und gecheckt, welche Alternativen es gibt. Drei Mal kommt die Ansage, der Zug fällt aus. Wir setzen uns in die S-Bahn nach Frankfurt-Süd. Auf der Fahrt fällt Andreas ein, dass es dort keinen Aufzug gibt.
MIt den Rädern die Rolltreppen rauf und runter gefahren. Rauf geht ja, aber runter….
Auf dem Gleis ist eine Agglomeration von ziemlich vielen Leuten, die auf den Zug warten. Mit einer Verspätung von mehr als einer halben Stunde fährt er ab. Die Fahrräder im Abteil 5, die Sitzplätze im Abteil 1 bedeutet mit sieben Fahrradtaschen durch den vollbesetzten Zug drängeln. Völlig erschöpft im Abteil angekommen treffen wir bis Kassel eine sehr nette Begleitung. Abiturientin, aus Stuttgart, die nach Kassel fährt, um sich dort das Studium zur Illustration anzuschauen und richtig gut zeichnen kann. Ein junger Mann aus Nordhausen, der große Lust hatte, in seiner Umstiegspause an der Demo gegen Rechts in Kassel teilzunehmen.
Die Verspätung wächst sich zu einer Stunde aus. Damit ist der Umstieg in Wolfsburg und der Anschluss mit dem Bahnticket geplatzt. Der Zugbegleiter von FlixTrain lässt uns mit dem Zug bis Berlin fahren, von dort aus gibt es eine Direktverbindung nach Anklam.
Berlin Hauptbahnhof mit Fahrrädern – unübersichtlich – kundenunfreundlich – die Aufzüge nur von Gleis zu Gleis versteckt hinter Reklame. Erst kommt der Aufzug nicht, bestimmt 10 Minuten gewartet. Dann kommt er, führt aber nicht zum Bahnsteig, über Rolltreppe – hinunter! – und noch einem Bahnsteig auf Gleis 8.
Wir fühlen uns wie in dem Film „Die Ferien des Monsieur Hulot“. Auf dem Gleis angekommen, kommt gerade die Durchsage, der Zug fährt auf Gleis 3. Mit den Rädern auf Gleis 3. Ticket gekauft. Am Zug ganz nach vorne gedüst – gut, dass er länger als angekündigt ist, das Fahrradabteil ist leer.
Nach 2,5 Stunden in Anklam angekommen. Während der Fahrt die zweite Runde Proviant geschlemmt, auch den ersten selbstbezogenen Kohlrabi.
Am Steintor ist das Hotel Vis a Vis. Schlüssel aus dem Tresor geholt, Zimmer bezogen, kurz ausgeruht, durch die Lilienthalstadt spaziert. Es gibt viele große Backsteingotik-Kirchen in Anklam, die Nicolaikirche wurde der Kommune von der Kirche zurückgegeben. Weder Pfarrer noch Kundschaft hat die evangelische Kirche hier.
Am Marktplatz gibt es zwei Restaurants, das Steakhouse kommt für Vegetarier nicht in Frage, die Bedienung in der Pizzeria ist nett. Mit Espresso Macchiato und Dark Cholocate Eis wird der erste echte Urlaubstag beendet.
Ich sitze gerade im verspäteten Zug von der Ostsee nach Hause. Bevor wieder jemand auf die Bahn schimpft, es war ein Böschungsbrand in Hamburg, der zu einer großen Herausforderung für die Bahn an einem Feriensamstag wurde. Auf der Fahrt haben wir viele Radfahrer*innen getroffen, die gerne ihre Erfahrungen mit Radreisen austauschen.
Das kann man auch mit dem Blog machen. In den letzten Jahren habe ich Reisetagebuch geschrieben – für mich, um die Erfahrungen festzuhalten, für mich und meine Familie, um nachzuschauen, wie das auf der Reise war.
Wir haben schon viele Radreisen gemacht. Die schönsten waren die Fahrt um den Bodensee und von dort aus zum Gardasee. Oder vom Bodensee zum Königssee. Oder die Ostsee entlang von Wismar bis Ahlbeck.
Wir fahren im Urlaub Rad, um Natur und Kultur zu erleben, achtsam die Umgebung wahrzunehmen, sich zu bewegen und dabei Spaß zu haben und um nicht mit dem Auto in Urlaub zu fahren, aber trotzdem mobil zu sein.
Diese Erfahrung möchte ich mit anderen teilen – mit Famillienangehörigen, mit Bekannten, mit Radfahrer*innen, aber auch mit denjenigen, die sich noch nicht mit Radurlaub anfreunden konnten.
#radreisen #urlaubohneauto #naturerleben und #zerotohero