Abfahrt von zu Hause um 6.45 Uhr mit den Rädern und viel zu viel Gepäck. 300 m später fällt mir ein, dass ich das Smart-Phone vergessen habe. Mein Mann hat das schnellere Bike und holt es von der Ladestation.
Am Bahnhof in Nauheim, drei MInuten vor der Abfahrt, werde ich schon unruhig. Ein Blick auf die Zufahrtsstraße sagt mir, Mein Mann ist im Anrollen.
Bis nach Darmstadt verläuft die Fahrt völlig normal. Kurzes Gespräch mit dem Zugbegleiter. In Darmstadt die Aufzüge rauf und runter, geht nur mit eingeschlagenem Vorderrad, sonst ist der Aufzug zu kurz.
Auf Gleis 5 angelangt kommt die Durchsage: der FlixTrain nach Berlin fällt heute aus – wegen Notarzteinsatz im Gleis. Schock. Mit den Rädern ein Stockwerk nach oben gefahren. Hektische Telefonate von Mitreisenden. Smartphones werden gezückt und gecheckt, welche Alternativen es gibt. Drei Mal kommt die Ansage, der Zug fällt aus. Wir setzen uns in die S-Bahn nach Frankfurt-Süd. Auf der Fahrt fällt Andreas ein, dass es dort keinen Aufzug gibt.
MIt den Rädern die Rolltreppen rauf und runter gefahren. Rauf geht ja, aber runter….
Auf dem Gleis ist eine Agglomeration von ziemlich vielen Leuten, die auf den Zug warten. Mit einer Verspätung von mehr als einer halben Stunde fährt er ab. Die Fahrräder im Abteil 5, die Sitzplätze im Abteil 1 bedeutet mit sieben Fahrradtaschen durch den vollbesetzten Zug drängeln. Völlig erschöpft im Abteil angekommen treffen wir bis Kassel eine sehr nette Begleitung. Abiturientin, aus Stuttgart, die nach Kassel fährt, um sich dort das Studium zur Illustration anzuschauen und richtig gut zeichnen kann. Ein junger Mann aus Nordhausen, der große Lust hatte, in seiner Umstiegspause an der Demo gegen Rechts in Kassel teilzunehmen.
Die Verspätung wächst sich zu einer Stunde aus. Damit ist der Umstieg in Wolfsburg und der Anschluss mit dem Bahnticket geplatzt. Der Zugbegleiter von FlixTrain lässt uns mit dem Zug bis Berlin fahren, von dort aus gibt es eine Direktverbindung nach Anklam.
Berlin Hauptbahnhof mit Fahrrädern – unübersichtlich – kundenunfreundlich – die Aufzüge nur von Gleis zu Gleis versteckt hinter Reklame. Erst kommt der Aufzug nicht, bestimmt 10 Minuten gewartet. Dann kommt er, führt aber nicht zum Bahnsteig, über Rolltreppe – hinunter! – und noch einem Bahnsteig auf Gleis 8.
Wir fühlen uns wie in dem Film „Die Ferien des Monsieur Hulot“. Auf dem Gleis angekommen, kommt gerade die Durchsage, der Zug fährt auf Gleis 3. Mit den Rädern auf Gleis 3. Ticket gekauft. Am Zug ganz nach vorne gedüst – gut, dass er länger als angekündigt ist, das Fahrradabteil ist leer.
Nach 2,5 Stunden in Anklam angekommen. Während der Fahrt die zweite Runde Proviant geschlemmt, auch den ersten selbstbezogenen Kohlrabi.
Am Steintor ist das Hotel Vis a Vis. Schlüssel aus dem Tresor geholt, Zimmer bezogen, kurz ausgeruht, durch die Lilienthalstadt spaziert. Es gibt viele große Backsteingotik-Kirchen in Anklam, die Nicolaikirche wurde der Kommune von der Kirche zurückgegeben. Weder Pfarrer noch Kundschaft hat die evangelische Kirche hier.
Am Marktplatz gibt es zwei Restaurants, das Steakhouse kommt für Vegetarier nicht in Frage, die Bedienung in der Pizzeria ist nett. Mit Espresso Macchiato und Dark Cholocate Eis wird der erste echte Urlaubstag beendet.